1. September 2026
Pflegereform 2027: Was die geplanten Änderungen für Sie und Ihre Angehörigen bedeuten

Was sich ab Januar 2027 in der Pflege ändert – und warum das viele Menschen bewegt

Die Pflegepolitik steht vor einem einschneidenden Wandel. Mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sollen ab dem 1. Januar 2027 weitreichende Änderungen in Kraft treten, die viele pflegebedürftige Menschen und ihre Familien direkt betreffen. Gerade wenn Sie oder ein Ihnen nahestehender Mensch auf Pflegeleistungen angewiesen ist, lohnt es sich, genau hinzusehen – denn einige dieser Änderungen sind spürbar. Bei Sanitas Mobiler Pflegedienst haben wir ein offenes Ohr für Sie und möchten Sie verständlich und ehrlich informieren, was auf Sie zukommen könnte.

Der Entlastungsbetrag für Pflegegrad 1: Er soll wegfallen

Wer bisher Pflegegrad 1 hat, erhält monatlich 131 Euro als sogenannten Entlastungsbetrag – ein Zuschuss, mit dem etwa Haushaltshilfen oder Alltagsunterstützung finanziert werden können. Laut dem vorliegenden Reformentwurf soll dieser Betrag ab Januar 2027 für Menschen mit Pflegegrad 1 vollständig gestrichen werden.3

Das klingt zunächst nach einer kleinen Zahl – doch die Folgen können erheblich sein. Allein in Brandenburg wären rund 27.200 Menschen betroffen, die bislang durch diese Mittel kleine, aber wichtige Unterstützung im Alltag erhalten haben.3 Fachleute und Pflegedienste warnen: Der Wegfall dieser Hilfe kann dazu führen, dass Menschen stärker in die Isolation geraten oder früher auf stationäre Pflege angewiesen sind – das Gegenteil von dem, was die meisten Menschen wünschen.

Für Menschen mit den Pflegegraden 2 bis 5 soll der Entlastungsbetrag zwar auf 175 Euro angehoben werden, allerdings mit eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten – was ebenfalls von Kritikern bemängelt wird.3

Das Pflegebudget im Krankenhaus: Wachstum wird gedeckelt

Eine weitere geplante Änderung betrifft das sogenannte Pflegebudget in Krankenhäusern. Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 beschlossen, das Wachstum dieses Budgets ab 2027 dauerhaft auf allgemeine Lohnsteigerungen zu begrenzen.2 Das klingt technisch, hat aber praktische Auswirkungen: Krankenhäuser erhalten weniger finanzielle Spielräume für Pflegepersonal – in einer Zeit, in der Fachkräfte ohnehin knapp sind.

Kritiker befürchten, dass dadurch die Betreuung von Patientinnen und Patienten leidet und Pflegepersonal noch stärker unter Druck gerät.2 Gerade für ältere Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause zurückkehren und dort auf Unterstützung angewiesen sind, kann das spürbare Konsequenzen haben.

Finanzielle Belastungen und Kürzungen: Ein breites Bild

Die Reform beschränkt sich nicht auf einzelne Leistungen. Insgesamt sieht das geplante Gesetz Einsparungen vor, die viele Bereiche des Gesundheits- und Pflegesystems berühren. Ver.di berichtet, dass durch die parallel laufenden Gesetzgebungsvorhaben Krankenhausbudgets um 5,1 Milliarden Euro gekürzt werden sollen, während Eigenanteile für Versicherte steigen.4 Das trifft nicht nur Einrichtungen, sondern letztlich auch pflegebedürftige Menschen und ihre Familien direkt im Geldbeutel.

Gleichzeitig sollen laut des Reformentwurfs Mittel für alltagsunterstützende Maßnahmen gestrichen werden – Leistungen, die bisher halfen, den Alltag zu Hause zu erleichtern.2 Das ist besonders für ältere Menschen schmerzlich, die genau dort unterstützt werden möchten, wo sie sich am sichersten fühlen: in ihren eigenen vier Wänden.

Widerstand aus der Pflegebranche und der Gesellschaft

Die geplanten Änderungen stoßen auf breiten Widerstand – und das ist ausdrücklich zu betonen. In Berlin kamen im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Pflegepolitik 2026″ über 40 Vertreterinnen und Vertreter aus der Pflegebranche zusammen, um gemeinsam klare Verbesserungen am PNOG zu fordern.1 Ihre zentralen Forderungen: keine weiteren Kostenverschiebungen auf die Pflegebedürftigen, stabile Finanzierung der Pflegeversicherung, bessere Förderung digitaler Infrastruktur und notwendige Reformen bei der Personalbemessung.1

Auch auf der Straße regt sich Protest. Ver.di mobilisierte bundesweit mehr als 15.000 Menschen zu Kundgebungen gegen die Spargesetze im Gesundheits- und Pflegebereich.4 In Frankfurt (Oder) gingen Pflegekräfte, Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige gemeinsam auf die Straße unter dem Motto: „Pflege ist kein Luxus.“5 Diese Stimmen zeigen: Die Menschen, die täglich mit Pflege zu tun haben – ob als Pflegende oder Pflegebedürftige – lassen sich nicht schweigend übergehen.

Die Branche spricht sich geschlossen dafür aus, langfristige Reformziele nicht kurzfristigen Einsparinteressen zu opfern.1 Denn gute Pflege braucht verlässliche Rahmenbedingungen – für die Menschen, die sie brauchen, und für die, die sie leisten.

Was das für Sie persönlich bedeuten kann

Vielleicht fragen Sie sich gerade: „Was bedeutet das konkret für mich oder meine Mutter, meinen Vater?“ Das ist die wichtigste Frage – und sie verdient eine ehrliche Antwort. Die Reformpläne sind noch nicht endgültig verabschiedet, das Gesetz muss noch den Gesetzgebungsprozess durchlaufen.2 Aber die Weichen werden gestellt, und es ist wichtig, jetzt informiert zu sein.

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen Pflegegrad 1 haben und bisher den Entlastungsbetrag nutzen, sollten Sie sich frühzeitig beraten lassen, welche Alternativen es gibt. Wenn Sie höhere Pflegegrade haben, lohnt es sich zu prüfen, wie sich die veränderten Verwendungsmöglichkeiten des erhöhten Entlastungsbetrags auf Ihre aktuelle Versorgungssituation auswirken.

Bei Sanitas Mobiler Pflegedienst begleiten wir Menschen in Kaiserslautern und Umgebung mit fachlicher Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Respekt. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen steht bei uns im Mittelpunkt – das gilt auch in Zeiten politischer Unsicherheit. Wir sind in Ihren Wänden in guten Händen und dort unterstützen wir Sie, wo Sie sich am sichersten fühlen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Entlastungsbetrag und wer bekommt ihn?

Der Entlastungsbetrag ist eine monatliche Zahlung der Pflegeversicherung, mit der alltagsunterstützende Leistungen wie Haushaltshilfen oder Betreuungsangebote finanziert werden können. Bisher erhalten auch Menschen mit Pflegegrad 1 monatlich 131 Euro. Ab Januar 2027 soll dieser Betrag für Pflegegrad 1 laut aktuellem Reformentwurf wegfallen.

Betrifft die Reform auch Menschen mit höheren Pflegegraden?

Ja. Für die Pflegegrade 2 bis 5 ist eine Erhöhung des Entlastungsbetrags auf 175 Euro geplant. Allerdings sollen die Möglichkeiten, diesen Betrag zu verwenden, eingeschränkt werden – was von Fachleuten und Pflegediensten kritisch gesehen wird.

Ist die Reform bereits beschlossen?

Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 entsprechende Beschlüsse gefasst, das Gesetz muss aber noch den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess durchlaufen. Es ist daher möglich, dass sich Einzelheiten noch ändern. Wir empfehlen, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich rechtzeitig beraten zu lassen.

Was kann ich jetzt tun, wenn ich oder ein Angehöriger betroffen ist?

Informieren Sie sich frühzeitig über Ihre aktuelle Pflegesituation und sprechen Sie mit Ihrem Pflegedienst oder der Pflegekasse. Sanitas Mobiler Pflegedienst steht Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung – wir haben ein offenes Ohr für Sie und helfen Ihnen, die für Sie passende Lösung zu finden.

Warum protestiert die Pflegebranche gegen das PNOG?

Die Pflegebranche befürchtet, dass die geplanten Einsparungen zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen, die Personalversorgung verschlechtern und langfristig die Qualität der Pflege beeinträchtigen. Über 40 Branchenvertreter haben sich in Berlin für klare Nachbesserungen ausgesprochen, und bundesweit gab es Demonstrationen mit mehr als 15.000 Teilnehmenden.

Wir sind für Sie da – jetzt Beratung anfragen

Die geplante Pflegereform bringt viele Fragen mit sich. Ob Sie selbst betroffen sind oder sich Sorgen um einen Angehörigen machen – wir bei Sanitas Mobiler Pflegedienst begleiten Sie mit Fachkompetenz und Herz. Sprechen Sie uns an: Wir helfen Ihnen, Ihre aktuelle Pflegesituation zu verstehen und gemeinsam den richtigen Weg zu finden.

Jetzt Kontakt aufnehmen – wir haben ein offenes Ohr für Sie →

Quellen

  1. Pflegebranche fordert deutliche Nachbesserungen am PNOG – Häusliche Pflege
  2. Pflegegeld: Bundesregierung streicht ab 1. Januar 2027 das Pflegebudget – gegen-hartz.de
  3. Pflegereform: Weniger Geld für Pflegebedürftige? – rbb24.de
  4. GKV und Pflege: ver.di mobilisiert gegen Spargesetze – verdi.de
  5. Demo in Frankfurt (Oder): Pflegekräfte und Senioren laufen Sturm gegen Pflege-Reform – moz.de

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